Mario Czaja: Karriere, Frau und Beruf - Alle Infos zum Ex-CDU-Generalsekretär im Porträt

Von links nach rechts: Carsten Linnemann (l), der neue CDU Generalsekretär, Friedrich Merz (M), CDU Bundesvorsitzender und Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU Fraktion, und der scheidende Generalsekretär Mario Czaja.
Michael Kappeler/dpaCDU-Chef Friedrich Merz hat den Generalsekretär gewechselt. Auf Mario Czaja folgt nun Carsten Linnemann. Mitunter wurde Mario Czaja vorgeworfen, dass er zu wenig öffentlich in Erscheinung getreten sei. Den meisten mag er bis dato unbekannt gewesen sein. Doch wer ist Mario Czaja und wie geht es nun mit ihm weiter? Alle Infos zum ehemaligen Generalsekretär der CDU um Porträt.
Mario Czaja im Steckbrief: Alter, Beruf, Ehefrau, Kinder
- Name: Mario Czaja
- Geburtstag: 21. September 1975
- Geburtsort: Berlin
- Partei: CDU
- Ausbildung: Ausbildung zum Versicherungskaufmann, Berufsbegleitend von 2006 bis 2010 Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule Wildau (FH), Abschluss mit Auszeichnung als Diplom-Betriebswirt (FH)
- Beruf: Unternehmer und Politiker
- Ehefrau: Julia Marx
- Kinder: Eine Tochter
Karriereanfänge von Mario Czaja
Mario Czaja ist laut seiner Webseite in Berlin-Mahlsdorf aufgewachsen und sollte später auch in Berlin in die Kommunalpolitik einsteigen. Am Gerhart-Hauptmann-Gymnasium in Berlin-Friedrichshagen erlangte er die mittlere Reife und ließ sich anschließend von 1997 bis 2000 zum Versicherungskaufmann bei der Nürnberger Versicherungs AG ausbilden. Im Anschluss arbeitete er zunächst als Leiter im Bereich Marketing und Vertrieb bei der krone management und technologie GmbH & Co KG, bevor er 2002 bis 2011 Unternehmensgruppe Gegenbauer einstieg. Zu dieser Zeit schloss er berufsbegleitend von 2006 bis 2010 ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule Wildau (FH) mit Auszeichnung als Diplom-Betriebswirt (FH) ab.
Politische Laufbahn – Von der Kommunalpolitik auf Bundesebene
1993 betätigte sich laut seiner Seite beim Deutschen Bundestag Mario Czaja als berufener Bürger in den Fachausschüssen „Bildung“ und „Siedlungsgebiete“ und 1995 bis 1999 als Mitglied in der Bezirksverordnetenversammlung aktiv in der Kommunalpolitik Berlin-Hellersdorf. 1999 zog er per Direktmandat für die CDU bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus (Wahlkreis Kaulsdorf-Mahlsdorf) ein und gehörte dem bis 2021 ohne Unterbrechung an. 2001 bis 2011 war er gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion. Im Anschluss wurde er von 2011 bis 2016 Senator für Gesundheit und Soziales im Berliner Senat. 2021 gewann er im Wahlkreis Berlin-Marzahn – Hellersdorf das Direktmandat und zog in den Bundestag ein. 2022 wurde er schließlich von Friedrich Merz zum Generalsekretär der CDU ernannt und gewählt. Am 11 Juli wurde er von Friedrich Merz in dieser Rolle durch Carsten Linnemann ersetzt.
Ehrenamtliches Engagement von Mario Czaja
Seit November 2018 ist Mario Czaja ehrenamtlich Präsident des DRK-Landesverbandes Berlin. Er engagiert sich zudem als Mitglied im Förderverein der Kaulsdorfer Ulmenschule ULMEN-KIDS e.V., dem FSV Blau-Weiß Mahlsdorf/Waldesruh e.V., dem VMEG (Verband Märkischer Eigenheim- und Grundstücksnutzer) e.V., dem Verein Freunde der Gärten der Welt e.V. und ist Förderer für das Gründerzeitmuseum im Gutshaus Mahlsdorf. Weiterhin ist er Mitglied im Verein der Gemeinschaft der Förderer von Tierpark Berlin und Zoologischem Garten Berlin e.V., sowie im 1. FC Union Berlin.
Kritik an Mario Czaja
Ein Bericht von Spiegel Online kostete Mario Czaja zwar die Zugehörigkeit zum Wissenschaft und Forschung Ausschuss, er konnte jedoch weiterhin gesundheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion und Mandatsträger bleiben. Auf seiner Internetseite und im Handbuch des Abgeordnetenhauses gab er an, dass er an der sogenannten Freien Universität Teufen/Appenzell Ausserrhoden – angeblich durch ein postgraduales Studium 2002 bis 2005 den Abschluss als „Diplom-Ökonom“ erworben hatte. Im Februar 2006 wurde bekannt, dass Czaja den Titel alleinig gegen Zahlung bekommen habe. Abschlüsse dieser Institution werden in Deutschland nicht als akademische Titel anerkannt, da die akademischen Abschlüsse nicht für eine entsprechende Leistung, sondern gegen Bezahlung verleiht werden. Die Freie Universität Teufen gilt deswegen als sogenannte Titelmühle. Sie ist auch in der Schweiz nicht als Hochschule anerkannt und darf keine akademischen Grade vergeben.
Im Rahmen der Flüchtlingskrise wurde Mario Czaja im Dezember 2015 von über 40 Anwälten wegen Körperverletzung und Nötigung im Amt angeklagt. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt. Zuvor war Czaja in die Kritik geraten, weil das unter seiner Aufsicht stehende Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (LaGeSo) auf den immer stärkeren Zustrom von Flüchtlingen nicht entsprechend reagierte. Verzögerungen beim Bau von dauerhaften Unterkünften und langsamen Aufnahmeverfahren waren zentrale Punkte der Kritik, die selbst Mitsenatoren äußerten. Czaja sei mehrfach zum Rücktritt aufgefordert worden. Nach Presseberichten soll sein in geschlossener Sitzung angebotene Rücktritt jedoch abgelehnt worden sein.
Darüber hinaus geriet Mario Czaja in die Kritik für seine Tätigkeit für die Brückenköpfe GmbH. Auch während seiner Zeit im Berliner Abgeordnetenhaus gab er an, weiterhin Einkünfte der Stufe drei (zwischen 75.001 und 150.000 Euro) zu beziehen. Der Spiegel beschrieb die Brückenköpfe GmbH als „Mischung aus Consulting-, Lobby- und Investmentfirma“ im Gesundheitsbereich und betitelte die Story als „Die fragwürdigen Geschäfte des Mario Czaja“.
Wie geht es mit Mario Czaja weiter?
Laut der Tagesschau kündigte der CDU-Chef Friedrich Merz an, dass der frühere Berliner Gesundheits- und Sozialsenator Czaja innerhalb der Union eine herausgehobene Aufgabe im Bereich der Gesundheits-, Pflege- und Sozialpolitik übernehmen soll. Czaja verbleibt somit wahrscheinlich auch in Zukunft in der Bundespolitik.


